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Gedanken zu "Online Therapie"

Aktualisiert: 24. Jan.

Was vor einigen Jahren - zumindest in Deutschland - undenkbar erschien, wird seit der Corona Pandemie immer üblicher: "Online Therapie". Zunächst als Notlösung entwickelt, erscheint der Umstand, seine/n Therapeuten/in heutzutage via Bildschirm zu sehen und über eine Webcam und ein Mikrofon miteinander zu kommunizieren, beinahe normal.

Auch abgesehen von "Corona bedingten Umständen" bieten videobasierte Sitzungen in meinen Augen einen großen Mehrwert. Bspw. für beruflich stark eingebundene Menschen, die es oft kaum schaffen, wöchentlich in eine Praxis zu fahren. Oder auch für Personen, die in eher abgelegenen Gebieten oder im Ausland wohnen, wo therapeutische Angebote (in deutscher Muttersprache) sehr dürftig sind. Für Menschen, die aufgrund körperlicher Beeinträchtigungen zwischenzeitlich nicht aus dem Haus gehen können und dennoch psychotherapeutische Unterstützung benötigen. Oder auch für Alleinerziehende, die ohnehin schon täglich "Termintetris" spielen und keine zusätzlichen, ortsgebundenen Termine wahrnehmen können. Insbesondere junge Menschen sind heutzutage viel medial unterwegs, wodurch entsprechende Möglichkeiten vor allem auch Jugendliche und junge Erwachsene ansprechen.

Ein großer Vorteil an einer Online Therapie ist die zeitliche und örtliche Flexibilität. Die Betroffenen sparen Anfahrtskosten sowie Zeit und können es sich zu Hause mit einem Kaffee oder Tee gemütlich machen. Dies kann die Hemmschwelle, zu einem/einer Therapeuten/in in eine Praxis zu fahren, deutlich senken und damit den Zugang zur Therapie erleichtern. Vielen Menschen fällt es zu Beginn leichter, sich über Telefon- und Videogespräche zu öffnen, als direkt im "face-to-face-Kontakt".

Ich freue mich darüber, dass die psychotherapeutische Versorgung in Deutschland durch Video basierte Angebote mittlerweile vielfältiger und moderner wird. In anderen Ländern ist es bereits sehr üblich seinem Therapeuten auf diese Art und Weise zu begegnen. Studien belegen zudem eine gute Wirksamkeit. Wichtig ist dennoch, dass die neuen Entwicklungen nicht zu Qualitätseinbußen in der psychotherapeutischen Arbeit führen und auch Online Angebote nur von dafür ausgebildetem Fachpersonal angeboten und durchgeführt werden. Es sollte daher vorab immer gut geprüft werden, welche Qualifikationen dahinter stehen.


Erwähnt werden muss natürlich auch, dass eine Online Therapie nicht für Jeden und auch nicht für jede Diagnose geeignet ist. Im Voraus sollte daher sehr gut abgeklärt werden, inwiefern sich das Anliegen eignet oder doch ein persönlicher Kontakt in einem geschützten Rahmen (Praxis) stattfinden sollte.



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